Allgemeine Informationen über Bangkok, die Stadt der Engel

Der offizielle thailändische Name für Bangkok, der Hauptstadt von Thailand, besteht aus einem langen Satz mit 16 Wörtern, der einen Lobsang auf die Stadt beinhaltet. Die ersten zwei Wörter sind „krung thep“; dies bedeutet „Stadt der Engel“. Der gebräuchliche Name Bangkok stammt von „bang makok“ ab, was soviel wie „Platz der Olivenpflaumen“ heißt und auf den ursprünglichen Gründungsort verweist. Wenn Sie noch Tipps für Tagesausflüge suchen schauen Sie hier.


Geschichte Bangkok

Bangkok wurde die Hauptstadt von Thailand, nachdem die vorherige Hauptstadt Ayutthaya (60 km nördlich von Bangkok) 1767 von den Burmesen erobert und verwüstet wurde. (Für Informationen über die verlassene Stadt Ayutthaya, die heute zum Weltkulturerbe gehört, sehen Sie sich bitte den Baustein Königsstadt Ayuthaya an). Ein General und Gouverneur der Provinz Tak, General Taksin, musste aus Ayutthaya flüchten und nutzte trotzdem die Möglichkeit, den Rest der burmesischen Armee aus Zentral-Thailand zu vertreiben. Er krönte sich 1770 selbst zum König und gründete zunächst eine neue Hauptstadt in der Provinz Thonburi am Westufer des Chao Phraya Flusses.
reisen Thailand Sonnenuntergang in der Stadt Bangkok
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Später ließ der Nachfolger von Taksin, König Rama I. (der Taksin zu Tode knüppeln ließ) die Hauptstadt ans Ostufer verlegen, wo die Stadt noch besser gegen Überfälle aus Birma zu verteidigen sein sollte. Er ließ die Stadt aus den Trümmern der früheren Hauptstadt Ayutthaya bauen, die per Boot angeliefert wurden. Der Grundriss der Stadt musste in groben Zügen mit dem von Ayutthaya übereinstimmen. Der königliche Palast und der dazu gehörende Tempel sollten das Herz der Stadt bilden. Auf dem Platz, der dafür bestimmt war, wohnte eine Gruppe einflussreicher chinesischer Kaufleute, die dafür umziehen mussten. (Flächennutzungspläne gibt es auch schon eine ganze Weile). Diese wählten einen Ort südlich von ihrem ersten Viertel, das später zu „Chinatown“ anwuchs.

Die vielen Gesichter von Bangkok

Bangkok ist jetzt eine enorme Metropole, die 560 km² in Anspruch nimmt und eine Einwohnerzahl von mehr als 6 Millionen Menschen hat. Sie ist neben Singapur und Hong Kong eine der wichtigsten Handelsstädte Südostasiens. Eine ereignisreiche Stadt also. Während der Stoßzeiten sollte man besser nirgendwohin wollen, denn die halbe Stadt ist extrem überlaufen und es gibt keine Metro (schauen Sie sich zum Thema Verkehrsmittel in Bangkok das Kapitel Transport in Thailand an).
Wenn Sie überhaupt keine Lust haben, diese Metropole kennenzulernen, können Sie Thailand auch ohne einen (langen) Aufenthalt in Bangkok besuchen. Es gibt aber viele Menschen, die Bangkok großartig finden, und wir zählen dazu. Warum? Dem Stress steht noch einiges gegenüber. Man kann so viele Dinge tun: zum Beispiel in einem Boot die teakhölzernen Viertel ansehen, die nur übers Wasser zu erreichen sind oder den tollsten Einkaufsbummel auf den Märkten oder in Warenhäusern mitmachen. Sie können Phantasialand ähnliche Paläste besuchen und Sie können sich in Chinatown der Vorstellung hingeben, ein chinesischer Händler aus den Anfängen des zwanzigsten Jahrhunderts zu sein.
thailand flug Hochhaus neben dem Wasser

Bangkoks schönste Gesichter

Hier stellen wir Ihnen einige der bekanntesten und schönsten Gesichter von Bangkok vor:
  • Wasserstadt: Khlongs (Wasserwege)
     
  • Königliche buddistische Stadt (u.a. Grand Palace und Wat Prae Kaew)
     
  • Chinesische Stadt: Chinatown
     
  • Einkaufsparadies: Malls (große moderne Einkaufszentren) und Märkte (u.a. Pat Pong und der Wochenmarkt Chatuchak)
     
  • Stadt des Ausgehens und Ausflüge (u.a. Khao San Road und Museen)
     

Khlongs

Geschichte der Khlongs

Das Gebiet um Bangkok war schon immer sumpfähnlich und der Chao Praya Fluss bildete hierfür den größten Abfluss. Die Kanäle in und um Bangkok sind aus verschiedenen Gründen und in verschiedenen Perioden gegraben worden. Schon im 16. Jahrhundert wurden eine Anzahl Kanäle zum Chao Praya Fluss gegraben, um den Schiffsverkehr zur damaligen Hauptstadt Ayutthaya zu vereinfachen. Große Mäanderschlaufen, die der Fluss in seinem Lauf zum Golf von Thailand machte, wurden "abgeschnitten". Diese großen Wasserbauwerke wurden weitergeführt, nachdem Bangkok Hauptstadt geworden war. Einer dieser Kanäle, nämlich der südlichste, musste sogar wieder zugeschüttet werden, da das Seewasser bei Flut zu hoch in der Stadt stand. Dies geschah mit Schutt aus Ayutthaya.

Nahezu aller nationaler (und mit Höhen und Tiefen auch internationaler) Handel wurde auf dem Wasser betrieben. Sjon Hauser schreib in seinem Buch: "Spotlights auf Thailand" das um 1850 mehr als die Hälfte der ca. 400.000 Einwohner von Bangkok auf dem Wasser lebten, entweder auf schwimmenden Bambusflößen oder in Pfahlwohnungen. Im 19. Jahrhundert wurden des Weiteren zur Verteidigung, nach dem Vorbild der Einteilung von Ayutthaya und wegen militärischer Gründe, einige lange Kanäle von chinesischen Arbeitern gegraben, quer von Ost nach West, durch ein Gebiet westlich der Stadt. Im Laufe der Jahrhunderte sind auch Entwässerungen von umliegenden Landbaugebieten und das Vergrößern der Handelsmobilität Gründe gewesen um Wasserwege anzulegen, entsprechend der Weiterentwicklung der Stadt und des Umlandes. In Bangkok war sogar ein Wasserbauingenieur angestellt um sich um das sumpfige Gebiet zu kümmern. (Ende des 18. Anfang des 19. Jahrhunderts.) Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Sumpfgebiet um Bangkok in noch größerem Maßstab kanalisiert.
Die traditionelle Khlong-Atmosphäre

Heutzutage werden nicht alle Khlongs benutzt. Einige sind zugeschüttet, um den Transport über Land zu verbessern. Doch hat sich ein Teil von Bangkok noch ein bisschen der alten „Wasseratmosphäre“ erhalten können. Dies ist Anlass genug für einen entspannenden Ausflug.

Sie können zum Beispiel das Khlong Bangkok Noi Taxi nehmen, das Sie über einen Teil des alten Flussarms in ein Wasserviertel bringt. Dieses Taxi fährt vom Tha (=Pier) Maharat neben der Silpakort Universität ab. Eine einzelne Reise kostet nur ca. 10 Baht und je tiefer man in den Khlong eindringt, desto schöner wird die Umgebung: teakhölzerne Häuser mit hier und dort einem goldverzierten Tempel und lila und rosa Orchideen, die in kleinen Gärten gezüchtet werden. Dieser Taxiservice wird von so genannten „Longtail“ Booten unterhalten. Das sind grell bemalte schnittige Boote, die mit einem enorm starken Motor (manchmal von Lastwagenmotoren, aus Japan importiert) ausgerüstet sind, wovon die Schraube auf einer langen Achse sitzt, so dass man in niedrigem Wasser die Schraube hochheben kann. Sie können natürlich auch ein Longtail-Boot chartern, zum Beispiel bei Tha Si Phrayadas. Verhandeln Sie am besten zu Beginn den Preis; pro Stunde zahlen Sie etwa 300-400 Baht.
flug Bangkok das Leben in Klongs

Praktischer Transport über den Fluss

Wenn Sie doch während der Stoßzeiten reisen wollen, wäre es keine schlechte Idee, sich mit einem Express-Boot über den Chao Praya Fluss zum Ziel bringen zu lassen. Das ist auch etwas hektisch, aber doch weniger beklemmend als wenn Sie "über Land" fahren.

Dinner Cruises

Sie können abends in Bangkok herrlich auf einem Dinner Cruise Boot essen. Im Lonely Planet werden verschiedene genannt. Es kann praktisch sein, im Voraus zu reservieren. Wir haben im letzten September einen sehr schönen Cruise gemacht in einer atmosphärischen und hölzernen « Rice barge » mit ruhiger thailändischer Musik und einer Superbedienung. Das war zwar nicht ganz billig, (920 Baht pro Kopf inklusive 230 Baht Rabatt, wenn Sie übers Internet buchen), aber es hat sich sehr gelohnt. Loy Nava Dinner Cruises, Website: http://www.loynava.com Email: loynava@hotmail.com, Fax 438-3098, Tel. 437-4932/437-7329.

Reaktion der Familie Meier:
“ Wir sind wieder zurück aus dem warmen Thailand und wollen unsere Erfahrungen gerne mitteilen. Während unserer Reise haben wir in Bangkok die, auf Eurer Seite vorgeschlagene Loy Nava Dinner Cruise mit einem alten Reisboot gemacht. Besonders gelungen, gutes Essen und eine ausgezeichnete Bedienung. Auch tadellos abgeholt und wieder zurück gebracht worden. Der Internetrabatt war- nach telefonischer Besprechung und Meldung – abgezogen worden.


Koenig Palast beim Abend

Bangkok - königliche buddhistische Stadt

Grand Palace

Selbst wenn Sie Phantasialand nicht mögen, wird es hier nicht schnell uninteressant für Sie. Das Schöne ist, dass es nicht speziell für Touristen entworfen ist, wie ein paar Gebäude im Phantasialand, sondern entworfen wurde zu Ehren eines allseits tief respektierten thailändischen Königshauses und des (beinahe Nationalglaubens) Buddhismus. Der Tempel ist eigentlich das Symbol des Königshauses, auch wenn König Bhumibol dort nicht selbst wohnt. Wenn Sie umher wandern sehen Sie überall Mosaike, Blattgold und manchmal dämonisch aussehende Statuen; alles glitzert und glänzt. Auch architektonisch ist der Komplex interessant wie zum Beispiel die "Chakri Mahaprasat" (Grand Palace Hall). Diese Halle wurde im Jahr 1882 von englischen Architekten entworfen und bringt Stileinflüsse aus der italienischen Renaissance und der traditionellen thailändischen Architektur zusammen.
Wat Phra Kaew

Der angrenzende Tempel Wat Phra Kaew hat als spezielle Anziehungskraft den "Emerald Buddha“. Dieses grüne Buddabildnis ist 75cm hoch und wird als Talisman des thailändischen Königreichs angesehen. Das Bild wird zum ersten mal in einer Legende aus dem 15. Jahrhundert erwähnt, aber vom Stil her passt es eher in das 13. oder 14. Jahrhundert (Chiang Saen oder Lanna Periode). Das Bildnis ist aus einer Art Jaspis oder Jade gemacht und ist im reichen Besitz dreier Mäntel: Jede Saison trägt das Bildnis eine andere Robe. In einer Zeremonie tauscht der König selbst den Mantel aus. Häufig kommen Thailänder in den Tempel, um Lotusblüten zu opfern und Weihrauch zu verbrennen.
Frau mit einer Lotusblume
Chinatown Strassenbild

Chinatown - Bangkoks chinesische Stadt

Wie bereits bei der Geschichte von Bangkok erwähnt, wohnten bereits chinesische Immigranten in Bangkok, bevor diese zur Hauptstadt ernannt wurde. In ganz Thailand (das früher Siam hieß) haben Chinesen bereits seit dem 16. Jahrhundert wichtige Handelspositionen bekleidet, wodurch sie auch politischen Einfluss bekamen. Die ersten zwei Könige, Taksin und Rama I waren selbst halb chinesisch und unterhielten engen Kontakt zum chinesischen Hof. Bis zum heutigen Tag haben Chinesen Schlüsselpositionen an vielen Fronten der thailändischen Gesellschaft inne. Warum sind so viele Chinesen nach Thailand immigriert?

Im 19. Jahrhundert sind zehntausende Süd-Chinesen nach Thailand (vor allem in das Gebiet um Bangkok) immigriert, da der Handel in Thailand stark florierte und in China große Armut herrschte (unter anderem als Folge von Kriegen). Dazu kommt, dass die Chinesen häufig andere Ambitionen hatten als die Thai. Sie hatten keine Bedenken, um im Lohndienst in einer fremden Stadt zu arbeiten, während die Thailänder nicht gerne nach Bangkok zogen und lieber selbständige Reisbauern blieben. Wenn sie andere Ambitionen hatten, wurden sie lieber Beamter oder Mönch (Sjon Hauser: Spotlights op Thailand, 1997, Seite 13). Die Chinesen in der großen Stadt spezialisierten sich mehr auf den Zwischenhandel, Großhandel, das Eintreiben von Steuern und in späteren Jahren auf das Bankwesen.

Auch die Engländer (nach dem gewonnen Opiumkrieg gegen China) und die Amerikaner (nach dem Zweiten Weltkrieg) hatten ihre Finger im Handelsspiel, aber darauf werden wir hier nicht weiter eingehen. Im 19. Jahrhundert haben sich die Chinesen vorbildlich an die Thai angepasst. Sie heirateten thailändische Frauen, trugen thailändische Kleidung und wurden manchmal Mönche in thailändischen Tempeln. Anfang des 20. Jahrhunderts kamen so viele Chinesen nach Thailand, dass sich die chinesische Gemeinschaft (worunter die Mischblüter: Sino-Thai) deutlich abhob, es wurden sogar getrennte chinesische Schulen und Zeitungen eingerichtet. Dies kam unter anderem dadurch zustande, dass auch viele chinesische Frauen nach Thailand kamen und nur chinesische Männer heirateten.
1932 kam der ultranationalistische Militär Phibun Songkhram durch einen Putsch an die Macht und sah, in Nachfolge Hitlers, die Chinesen als „Juden des Ostens“. Während des zweiten Weltkriegs kollaborierte Phibun mehr oder weniger mit den Japanern. Die Chinesen bekamen hierdurch eigentlich eine stärkere ökonomische Position, da die europäischen Händler sich aus dem Staub machten. Die Sino-Thai konnten nun die Sektoren der Ökonomie dominieren, die vorher von den Europäern kontrolliert wurden, wie der Holz- und Zinnhandel und das Bankwesen. Die Vorherrschaft im Bankwesen wurde sehr wichtig, da nach dem Zweiten Weltkrieg Kapital der Schlüssel zur Finanzierung der industriellen Entwicklung wurde (nach Sjon Hauser: Spotlights auf Thailand, 1997). Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es kein Problem durch die Abscheidung der Chinesen. Die massive Emigration war beendet, die gemäßigte nationalistische Politik förderte die chinesische Assimilation u.a. durch die Verpflichtung, thailändische Nachnamen zu führen, des Weiteren führte der große ökonomische Zuwachs zu mehr Ruhe.

In Bangkok ist Chinatown ein geschäftiges Handelszentrum geblieben.

Spazieren gehen in Chinatown

Chinatown ist ein wahres Fest für Menschen, die es lieben, über (überdachte) Märkte und zwischen kleinen Ramschläden zu schlendern. Chinatown scheint ein großer Markt zu sein, wo man von Oktopussen, Babykleidung, Stücke von Schweinen bis hin zu Weihrauch alles finden kann. Es gibt ganze Straßen, wo beinahe alle Geschäfte einer Art von Produkten geweiht sind, wie zum Beispiel Hochzeitskleidung oder religiöse Artikel. Beinahe alle Läden haben einen kleinen Hausaltar, den man häufig gut sehen kann. In Chinatown findet man sowohl malerische Gassen als auch große, geschäftige Straßen.
Markt in Chinatown in der reisezeit thailand
Chinatown ist ein betriebreiches Handelszentrum geblieben.

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